"Vielfältig im Ausdruck, einzigartig im Erleben."
Mit ADHS leben – und wachsen
Vielleicht steht bei dir oder deinem Kind eine ADHS-Diagnose im Raum oder wurde bereits gestellt?
ADHS zeigt sich auf vielfältige Weise und betrifft weit mehr als die Aufmerksamkeit. ADHS greift oft tief in Alltag, Beziehungen, Schule, Beruf und das emotionale Erleben ein.
Eine individuelle, achtsame Begleitung unterstützt dich oder dein Kind dabei, Selbstvertrauen aufzubauen, Struktur zu entwickeln und den Alltag besser zu bewältigen. Die Körperarbeit stärkt die Selbstregulation und fördert eine stabile Wahrnehmung von innen heraus.
Wichtig: Mein therapeutisches Angebot ist begleitend– es ersetzt keine medizinische Abklärung oder Psychotherapie, kann jedoch gezielt entlasten und stärken.
Ich begleite Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit ADHS – körperzentriert und alltagsnah – mit Blick auf Selbstregulation, innere Stabilität und stärkende Beziehungen.
Was ist ADHS?
Die Aufmerksamkeitsdefizitstörung – auch als ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) bezeichnet – ist eine neurobiologische Entwicklungsbesonderheit. Sie zeigt sich vor allem durch anhaltende Schwierigkeiten, die Aufmerksamkeit zu steuern und in vielen Fällen zusätzlich durch Impulsivität und starke innere oder äussere Unruhe.
Diese Eigenschaften können den Alltag erheblich beeinflussen: In Schule, Ausbildung oder Beruf entstehen häufig Leistungs- und Organisationsprobleme, und auch die soziale Entwicklung sowie der Umgang mit anderen Menschen können herausfordernd sein
Gleichzeitig gehen mit ADHS oft besondere Stärken einher: Viele Betroffene verfügen über eine ausgeprägte Kreativität, hohe Spontanität und die Fähigkeit, unkonventionell zu denken. Ihre Energie, Begeisterungsfähigkeit und emotionale Sensibilität können – richtig begleitet – zu grossen persönlichen Ressourcen werden.
Was passiert bei ADHS im Gehirn?
Unser Gehirn arbeitet mit sogenannten Botenstoffen (Neurotransmittern), die dabei helfen, Informationen von einer Nervenzelle zur nächsten weiterzugeben. Zwei dieser Botenstoffe spielen bei ADHS eine besonders wichtige Rolle:
- Dopamin sorgt dafür, dass wir motiviert sind, uns konzentrieren können und ein gutes Gefühl bekommen, wenn wir etwas schaffen.
- Noradrenalin hilft uns, wachsam zu bleiben, Reize zu sortieren und unsere Aufmerksamkeit auf das Wesentliche zu richten.
Bei ADHS sind diese beiden Stoffe oft nicht in der richtigen Menge oder am richtigen Ort im Gehirn verfügbar. Dadurch wird es schwieriger, sich zu konzentrieren, Entscheidungen zu treffen oder Impulse zu kontrollieren.
Besonders betroffen ist der sogenannte präfrontale Cortex – das ist der Bereich direkt hinter der Stirn. Er ist zuständig für:
- Planen und Organisieren
- Entscheidungen treffen
- Ablenkungen ausblenden
- Impulse kontrollieren
Wenn dieser Teil des Gehirns weniger aktiv ist – wie es bei ADHS häufig der Fall ist, fällt es schwerer, den Alltag zu strukturieren, ruhig zu bleiben oder fokussiert zu arbeiten.
Auch andere Bereiche, wie die Basalganglien und das Kleinhirn, die z. B. mit Bewegungssteuerung, Motivation oder der Wahrnehmung von Zeit zu tun haben, zeigen bei ADHS oft Besonderheiten.
Was bedeutet das für den Alltag?
Die neurologischen Unterschiede bei ADHS führen dazu, dass Betroffene:
- schneller abgelenkt sind,
- schwer zur Ruhe kommen,
- Aufgaben schwer abschließen können,
- oft impulsiv oder emotional reagieren.
Wichtig ist: All das passiert nicht absichtlich oder aus mangelndem Willen. Das Gehirn arbeitet einfach ein bisschen anders – und das bringt Herausforderungen, aber auch viele Stärken mit sich.
Kernsymptome von ADHS
Unaufmerksamkeit
- Schwierigkeiten, sich über längere Zeit zu konzentrieren
- leichte Ablenkbarkeit
- Probleme bei Organisation und Planung
- Vergesslichkeit im Alltag
Hyperaktivität
- innere Unruhe oder übermäßige motorische Aktivität
- Schwierigkeiten, stillzusitzen oder zur Ruhe zu kommen
Impulsivität
- vorschnelles Handeln ohne Nachdenken
- Unterbrechen oder Stören anderer
- Schwierigkeiten, abzuwarten
Es ist wichtig zu beachten, dass sich Symptome von ADHS teilweise mit denen anderer psychischer oder entwicklungsbedingter Störungen überschneiden können – beispielsweise mit Angststörungen, Depressionen, Autismus-Spektrum-Störungen oder bipolaren Störungen. Die Ursachen unterscheiden sich jedoch deutlich, weshalb eine sorgfältige Abklärung entscheidend ist.
Warum ADHS bei Mädchen und Frauen oft übersehen wird
ADHS zeigt sich bei Mädchen und Frauen häufig anders als bei Jungen. Statt ausgeprägter Hyperaktivität stehen oft innere Unruhe, Tagträumerei oder emotionale Überlastung im Vordergrund. Diese Symptome wirken nach aussen weniger auffällig und werden daher leicht als Sensibilität oder Stress missverstanden.
Viele Betroffene entwickeln zudem Strategien, um ihre Schwierigkeiten zu kompensieren, was die Diagnose zusätzlich erschwert. Dadurch wird ADHS bei Mädchen und Frauen häufig erst spät erkannt – oft erst im Erwachsenenalter.
Wenn die dauerhafte Überlastung den Körper erreicht
Viele ADHS-Betroffene leiden unter körperlichen Beschwerden wie Migräne, Magen-Darm-Problemen (z. B. Reizdarm), Verspannungen, Autoimmunerkrankungen oder einer erhöhten Infektanfälligkeit. Studien zeigen auf, dass die hohe Reizoffenheit und ein dauerhaft angespanntes Nervensystem mit vermehrten Entzündungsprozessen sowie einer erhöhten Anfälligkeit für körperliche Beschwerden zusammenhängen.
Nicht selten treten zusätzlich psychische Begleitererkrankungen wie Depressionen, Angst- oder Essstörungen auf, die die Belastung im Alltag weiter verstärken.
Oft wird der Zusammenhang mit ADHS erst dann sichtbar, wenn Erschöpfung, Schmerzen oder wiederkehrende Erkrankungen dazu zwingen, genauer hinzuschauen.
Erschöpfung & Burnout bei ADHS
Nicht wenige Erwachsene mit ADHS geraten irgendwann in einen Burnout-Zustand. Die Versuche sich ständig anzupassen, „funktionieren“ zu müssen, alles unter Kontrolle zu bekommen – ist oft mit enormem Kraftaufwand verbunden. Das ständige Gefühl, nicht „genug“ zu sein oder immer hinterherzuhinken, kann auf Dauer zu emotionaler Erschöpfung, Schlafstörungen, Ängsten oder Depressionen führen.
Mit der richtigen Unterstützung – ob durch Therapie, Coaching oder einfach mehr Wissen über sich selbst – entsteht die Möglichkeit, den eigenen Alltag neu zu gestalten, mit mehr Leichtigkeit, Struktur und Selbstakzeptanz
Ressourcen stärken – so kann es gelingen
Das Fördern von Ressourcen bedeutet nicht, Schwächen zu ignorieren, sondern den Fokus zu erweitern. Einige hilfreiche Ansätze sind:
- Individuelle Stärken bewusst machen
z. B. durch Coaching - Strukturen schaffen, die motivieren statt kontrollieren
Nicht starre Pläne, sondern flexible Routinen, die zur eigenen Denkweise passen. - Eigene Interessen gezielt einbinden
Menschen mit ADHS lernen leichter, wenn sie emotional eingebunden sind. - Bewegung, Kreativität und Sinnlichkeit zulassen
Das Gehirn profitiert von Aktivität, Vielfalt und Abwechslung – das sollte nicht als Ablenkung, sondern als Ressource verstanden werden. - Selbstakzeptanz fördern
ADHS ist kein Mangel, sondern eine andere Art, die Welt wahrzunehmen und zu verarbeiten.
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